Antwort auf: Vorstellen

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#15161
Frank Süncksen
Moderator

Die Pilum-Spitze ist so konstruiert, dass sie beim Aufprall vom Schaft abbricht bzw. verbiegt, sodass man maximal einen Stoß damit ausführen könnte. Das wäre also sinnlos. Sinn und zwar ist, dass der Gegner das Pilum nicht zurückwerfen kann. Ein Stoßspeer wie die von Wulfgar/Knut beschriebene Hasta gab es in den Legionen auch bis zu den Reformen des Marius im 1. Jh. v. Chr. Die damit ausgerüsteten Triarii haben gar nicht so unähnlich einer griechischen Phalanx gekämpft. Mit der Professionalisierung des Soldatenhandwerks nach Marius wurde die Hasta immer mehr zu den Hilfstruppen ausgelagert und die Legionärsausrüstung in Richtung Gladius+Pilum standardisiert. Im Vergleich zur Phalanx lag der große Vorteil in der Beweglichkeit und Flexibilität einer Legionärseinheit.
Mit langen Stoßlanzen kann man keine schnellen Formationswechsel durchführen und einige Formationen sind schlicht unmöglich, daher auch keine Pila in Schildkrötenformationen. Sie wären schlicht im Weg und die Legionäre würden sich gegenseitig behindern. Werfen könnten die wohl gar nicht. Dazu passt auch gut, dass die Legionäre außer Helm und Oberkörperrüstung im Normalfall keine weitere Schutzausrüstung wie Bein- oder Armschienen trugen, um schneller und flexibler zu sein.
Hinzu kommt, dass die Taktik der Legionäre auch immer auf eine sehr direkte, schlagartige Konfrontation des Gegner hinauslief, d.h. häufig im Sturmangriff angegriffen wurde, etwas, dass mit Lanzen schier unmöglich ist, hingegen nach einer Salve Pila dann mit dem Gladius recht gut funktioniert.
Ich denke, ein direkter Vergleich Phalanx gegen Legionäre dürfte es wohl in den Mithradatischen Kriegen gegeben haben. Tja, Makedonien war danach römisch…