Auxilia

Die Auxilia sind die Hilfstruppen der römischen Armee, sie bestehen aus Bürgern des Imperiums ohne Bürgerrecht, die nach 25 Jahren Dienstzeit das römische Bürgerrecht erlangen können. Schwerpunktmäßig ergänzen sie die schwere Infantrie der Legion um weitere Waffengattungen und taktische Möglichkeiten, die den Römern sonst nicht zur Verfügung stünden. In der römischen Armee gab es fast so viele Auxilia wie Legionäre. Es gibt um etwa 100 n. Chr. drei grundlegende Arten der Auxilia:

  • cohors: Infantrie
  • cohors equitae: besteht zur Hälfte aus Kavallerie und Infantrie
  • ala: Kavallerie

Für den Einsatz im Liverollenspiel wollen wir uns natürlich auf die Darstellung der Infantrie beschränken.

Die Hilfstruppen werden normalerweise fern ihrer Heimat eingesetzt. Beim Einsatz im Heimatland haben sie den Vorteil, dass sie die Region und die dort verbreiteten Kampfweisen kennen. Als Völker, aus denen die Auxilia stammen, sind alle Bündnispartner, Verbündete und Provinzen Roms denkbar:

  • Germanen
  • Syrier
  • Briten
  • Berber
  • Iberer

Diese Liste stellt nur eine kleine Auswahl dar, da bei einigen Völkern, wie etwa den Germanen, auch noch zwischen den Stämmen differenziert werden sollte. Zugunsten der Einheitlichkeit beschränken wir uns in unserer Truppe auf die Darstellung von Germanen, die sind bereits mit einfacher Ausrüstung gut darstellbar.

Welche Ausrüstung benötigt man?

Die Recherche gestaltet sich relativ einfach und wenn man schon erste Erfahrung im Liverollenspiel hat, besitzt man auch häufig den Grundstock an Gewandungsteilen, die notwendig sind. Für den Anfang braucht man:

  • Ein oder zwei Tuniken, nach Möglichkeit aus Wolle (Herbst/Winter/Frühling) oder Leinen (im Sommer und als Untertunika) in rot oder natur. Als germanischer oder britischer Auxilia stammt man häufig aus kälteren Gegenden und kann deshalb auch eine langärmelige Tunika tragen, auch wenn kurze Ärmel meist praktischer sind.
  • Eine Hose, möglichst aus Wolle oder festem Leinen
  • Ein Focale (Schal), ein ungemein praktisches und schmückendes Kleidungsstück, gerade, wenn man Rüstung und Helm trägt eine Hilfe.
  • Ein einfacher (Rechteck-)Mantel aus Wolle in rot oder natur, damit man während der Nachtwache und in den kälteren Zeiten des Jahres nicht friert.
  • Stiefel oder Caligae (römische Militärsandale), für den Anfang reichen normale Stiefel.
  • Gürtel oder Strick, um die Tunika zu raffen und eventuell Beutel oder Taschen daran zu befestigen.

Da man als Auxilia ein Soldat ist, benötigt man zumindest eine Waffe, einige von uns tragen bis zu drei Waffen. Unsere Einsatzbewaffnung besteht mindestens aus der Hasta (Speer) oder einem Spatha/Gladius, sowie einem Dolch (z. B. Sica oder Pugio). Die Bewaffnung kann natürlich variieren, z. B. für Bogenschützen.

Helm der Hilfstruppen

Die Schutzbewaffnung hängt stark von der Wahl der Angriffsbewaffnung und dem angestrebten Einsatzgebiet ab. Als Meldeläufer oder Späher sollte man nur möglichst wenig Rüstung tragen, als Linieninfanterist möglichst viel. Die Auxilia ermöglichen es auch, als leichter Infanterist nur mit der Waffe und den Kleidern am Leib zu beginnen und sich mit der Zeit besser auszurüsten. Bogenschützen müssen noch mehr als alle anderen darauf achten, dass ihre Rüstung sie nicht behindert. Grundsätzlich stehen folgende Rüstungstypen offen:

  • Der Helm dürfte das erste sein, was sich ein Soldat angeschafft hat. Er schützt nicht nur den Kopf, er sieht auch noch sehr gut aus. Wir benutzen bisher einen Hilfstruppen-Helm aus Messing von Deepeeka (AH6303). Er sieht gut aus, ist bezahlbar und hat eine deutlich unterscheidbare Erscheinung von den Helmen der Legionäre.
  • Die Lorica Hamata (Kettenhemd) dürfte die Standardrüstung der Auxilia sein. Dabei ist es eher eine Frage des Geschmacks und des Volkes, ob man es mit Schulterdopplung oder ohne trägt, beides scheint verbreitet gewesen zu sein.
  • Die Lorica Squamata (Schuppenrüstung) scheint weit weniger verbreitet und damals wie heute sehr teuer gewesen zu sein.
  • Die Lorica Segmentata (römischer Lamellenpanzer) steht nur den Legionären zur Verfügung, sie wurde offensichtlich nie von Hilfstruppen getragen.

Neben diesen Grundtypen der Panzerung gibt es noch weitere Möglichkeiten, bestimmte Körperregionen zu schützen. Beinschienen wurden hauptsächlich von der Reiterei und von Offizieren getragen, aber es scheint so, als hätte auch der einfache Legionär oder Auxilia welche benutzt, wenn er sie sich leisten konnte. Die Arme kann man entweder mit einfachen Armschienen oder einer Manica schützen. Die Manica ist ein Lamellenpanzer, ähnlich wie die Lorica Segmentata, und wird am rechten Arm getragen, da der linke normalerweise durch den Schild geschützt ist.

Der Schild der Hilfstruppen hat eine andere Form, als der Scutum der regulären Legionäre. Er ist etwas leichter und hat eine ovale bis sechseckige Form, ohne eine Biegung wie sie der Legionärsschild besitzt.

Damit wären wir am Ende des Leitfadens für die Auxilia angelangt. Es ist leider nicht möglich, einen verbindlichen Leitfaden zu erarbeiten, der in einem vernünftigen Umfang alle Möglichkeiten der Darstellungsweise der Hilfstruppen umfasst, aber wir sind euch gerne dabei behilflich und hoffen mit diesem Text zumindest schonmal ein paar Anhaltspunkte gegeben zu haben. Zuletzt sei noch erwähnt, dass bei unseren Auxilia auch kämpfenden Frauen eine militärische Laufbahn offen steht, im Gegensatz zur antiken Realität.