Gnaeus Publius Mucro

Mucro

Gnaeus Publius Mucro

Wenn du dir sein Vertrauen verdienen kannst, wird Dir Gnaeus Publius Mucro bei einem Becher Wein vielleicht die folgende Geschichte erzählen…

Geboren wurde ich im Jahr des letzten Consulats des vergöttlichten Vespasianus auf dem Landgut meiner Eltern unweit der Bürgerkolonie Utica in der Africa Proconlularis als dritter Sohn der Familie. Vater, der in Judea, am Rhein und in Britannien gefochten hatte, war hier nach seinem Dienst mit einem guten Stück Land abgefunden worden. Er hatte eine Einheimische geehelicht, die ihm drei Söhne und eine Tochter gebar. Eines Tages, meine Brüder hatten sich kurz nacheinander verlobt und bauten ihre eigenen Höfe auf, nahm mich Vater beiseite und sagte mir, dass er wünsche ich solle mich zu den Fahnen melden. Ich muss dazu sagen, dass ich aus einer Soldatenfamilie stamme die ihre Wurzeln in Umbrien hat. Meine Vorväter rühmten sich, dass seit dem Hannibalischen Kriege mindestens ein Sohn aus jeder Generation der Familie in den Legionen gedient habe. Damals sagte er, dass, nachdem meine Brüder, die wohl eher mit Pflug und Ähre als dem Gladius umgehen könnten, sich leider vorschnell eine Frau geschnappt hätten, ich diese Familientradition fortzuführen hätte. Von alten Kameraden verschaffte er mir die nötigen Empfehlungsschreiben und drei Monde und viele gute Ratschläge später schiffte ich mich nach Italien ein, wo die Legio IX, meines Vaters alte Einheit, wieder auf volle Stärke gebracht wurde.

Mit dem Leben eines Landmannes war es nun vorbei. Was ich bei der Neunten seit dem alles erlebt habe? Wach- und Baudienste, Expeditionen und Straffeldzüge in die noch unbefriedeten Teile Britanniens, Aufstände und so was. Meine erste Wunde am Bein hatte im Rückblick auch Vorteile: wer weis ob ich sonst als Immunis im Stab gedient hätte und Beneficarius befördert worden wäre. Als Anführer meines Contuberniums marschierte ich schließlich mit einer Vexilation der Neunten gegen die Jazygen und Markomannen. Die jahrelangen Gefechte hätten mich fast geschafft nach der schweren Wunde bei Vindobonna. Nach weiteren Dienstjahren wurde ich, wieder in Britannien, Optio in der CEN II der COH IX. Marcus ist ein guter Centurio, wir kennen uns schon lange. Mit dem und Quintilius ist es mir nicht Bange gewesen in Dakien, obwohl es da heiß herging.

Die neuen Rekruten? Ja, viel Gesindel und sogar ein paar Barbaren von den Auxilae sind zur Vexilation gekommen. Aber die habe ich bisher alle zurechtgeschliffen. Immerhin, ein paar brauchbare Kerls sind dabei. Aber genug erzählt. Trink aus und dann ab ins Zelt, denn morgen wird ein langer Tag.“